Zwischen Wellen & Worten #6
Meine Lieben,
Reisen, die Vierte
Ich habe mir tatsächlich die Zeit genommen, London anzuschauen.
Unfassbar viele Menschen. Großstadt. Trubel.
Es gab auf meinen Reisen bereits ein oder zwei Orte, bei denen ich sofort dachte: Hier könnte ich leben.
London gehört nicht dazu.
Zwei Beobachtungen fand ich trotzdem besonders amüsant:
Erstens die ganzen Finance Bros in ihren blauen Ralph-Lauren-Hemden. Zweitens die Tatsache, dass scheinbar jedes Mädchen in der City dieselben Adidas-Sneaker trägt.
Letztlich sehen alle irgendwie gleich aus – und genau das fand ich lustig.
Großartig an London sind dafür die kostenlosen Eintritte in viele Museen. Ich war in der Tate Modern und die eine oder andere Ausstellung war wirklich faszinierend.
The things is
In meinem privaten Leben hat mich auf dieser Reise ein Gedicht besonders angesprochen.
Ich hoffe, dass auch ihr etwas daraus für euch mitnehmen könnt.
Ich für meinen Teil habe eine Entscheidung getroffen zum Leben:
Yes, I will take you.
Yes, I will love you again.
Auch in meiner Yoga-Class durfte ich etwas von den anderen lernen: Das Leben findet in Wellen statt. Immer und immer wieder.
Nach einem Tief kommt ein Hoch.
Daran sollten wir uns gerade in den dunklen Momenten erinnern – auch wenn es in diesen Momenten manchmal schwerfällt, daran zu glauben.
Reisen muss nicht teuer sein
Ich werde häufig gefragt, wie ich meine Reisen organisiere und was ich empfehlen kann.
Und auch ohne großes Budget gibt es wunderbare Möglichkeiten, die Welt zu entdecken.
Über Plattformen wie Worldpackers oder HelpX kann man tolle Menschen und besondere Orte kennenlernen und im Austausch gegen Mithilfe eine Unterkunft bekommen.
Für Tierfreunde gibt es außerdem TrustedHousesitters. Darüber kann man in wunderschönen Unterkünften wohnen, auf Häuser aufpassen und meistens auch noch liebenswerte Tiere kennenlernen.
Genau so bin ich dieses Mal nach England gekommen.
Zurück in Bath
Ich war mittlerweile zum dritten Mal in Bath – und es war wieder wunderschön. Trotz des miesen Wetters. Zeit mit dem Hund Weasel zu verbringen ist sehr gut investierte Zeit.
Bath ist eine Stadt, die Hunde liebt und in der die Menschen selbst bei Wind und Regen gut gelaunt zu sein scheinen.
Ich habe mir Rugby angeschaut, tolle Menschen kennengelernt und Gespräche geführt, die mir neue Perspektiven eröffnet haben.
Eine Begegnung im echten Leben hat mich dabei nachhaltig inspiriert.
Bei all dem Tech-, Social-Media- und Internetkram bleiben solche echten Begegnungen für mich das Schönste und Purste überhaupt.
Bei sich sein – im anderen
Als Lektüre hatte ich zum ersten Mal ein Buch von Eva von Redecker dabei: „Bleibefreiheit“.
Mein Gott, was für ein Buch.
Ein Satz daraus hat mich auf so vielen Ebenen berührt:
In der hegelianischen Philosophie mit ihrem komplexen Begriff der positiven sozialen Freiheit gibt es eine Entsprechung zwischen Liebe und Freiheit. Sie teilen ein Grundmuster, nämlich das Bei-sich-Sein-im-Anderen. Frei ist man in Beziehungen symmetrischer Spiegelung, in denen man die Bestätigung erfährt, sich selbst wiederzufinden. Also eine Transzendenz, die zugleich Heimkehr ist.
Den muss man erst einmal wirken lassen.
Ich weiß gar nicht, ob es möglich ist, diese Wortwahl genug zu würdigen.
Bei sich sein im anderen.
Eine Transzendenz, die zugleich Heimkehr ist.
Ich fühle mich gerade frei und geistig frisch.
Frei in symmetrischen Beziehungen. Reflektierter. Mehr bei mir.
Man lernt auf jeder Reise etwas Neues über sich selbst – und über seine Mitmenschen.
Und beruflich?
Auch beruflich läuft es gerade außerordentlich gut.
Ich bin in zwei neue Projekte gestartet und bekomme momentan so viele Anfragen, dass ich gar nicht alle bedienen kann.
Was für eine ungewohnte und schöne Situation.
Ich bin extrem dankbar dafür und gleichzeitig immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die Sales-Prozesse in Start-ups sind – und wie verschieden die Menschen und Charaktere dahinter, die die Fäden ziehen.
Ich freue mich sehr auf die neuen Projekte.
Auch über Hyrise darf ich wieder einige Berufsstarter begleiten. Das erfüllt mich wirklich sehr: zu sehen, wie Motivation, Selbstvertrauen und Lernlust in anderen Menschen entstehen.
Jetzt genieße ich erst einmal den Sommer und die Sonne hier am Meer in Portugal.
Ich sende euch salzige Grüße und wünsche euch ein wunderschönes Wochenende.
Euer Tom