Zwischen Wellen & Worten #7

Hallo meine Lieben,

Flughafen die Fünfte?

ich melde mich nach rund einer Woche Bath. Mittlerweile ist diese Stadt so etwas wie meine Sehnsuchtsstadt geworden. Ich fühle mich hier einfach immer wohl und mag die Atmosphäre sehr. Dieses Mal sogar ganz ohne Regen, dafür mit viel Sonne und Möwen.

Als ich vom Flughafen abgeholt wurde, hatte ich einen sehr lustigen Uber-Fahrer, der mich die ganze Zeit „Tom Cruise“ und nach anderen berühmten Toms benannt hat. Er stammte aus Somalia, hatte an diesem Tag bereits zehn Stunden gearbeitet und war dennoch einer der liebsten Menschen, denen ich begegnet bin. Er hatte Spaß am Leben und an seiner Tätigkeit.

Ich glaube, uns allen in der westlichen Welt würden solche Ansichten manchmal sehr guttun.

Uns geht es oft so gut, dass wir das Wichtigste vergessen: Wir sind gesund und am Leben. Dafür sollte man täglich dankbar sein. Nahezu alles andere ist purer Luxus.

Passend dazu hatte ich ein tolles Telefonat mit meiner 91-jährigen Oma. Sie ist ein sehr besonderer Mensch für mich und wir telefonieren oft. Sie sammelt Kalendersprüche, um sie mir dann vorzulesen. Einer ist letztens besonders hängen geblieben:

„Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen.“

Ich konnte mich damit sehr gut identifizieren und merke immer wieder, wie ich manchmal versuche, den dritten Schritt vor dem zweiten zu machen.

Gerade jetzt bin ich in einer Phase, in der ich in der Selbstständigkeit spüre: Freiheit und Unabhängigkeit haben ihren Preis. Gleichzeitig merke ich, wie entscheidend die eigene Energie auf die Arbeit und die Beziehungen drumherum ausstrahlt. Eine spannende Challenge also.

Durch einen weiteren besonderen Menschen habe ich außerdem die Inspiration gefasst, mich endlich als 29-jähriger Deutscher den Tagebüchern der Anne Frank anzunehmen. Und ich genieße diese Lektüre sehr.

In Bath durch die Buchläden zu stöbern, gehört ohnehin zu meinen liebsten Hobbys.

Zudem habe ich eine sehr spannende Podcast-Empfehlung: Gerald Hüther bei Hotel Matze. Ich kann diesen tollen Mann gar nicht oft genug empfehlen. Ich habe bereits zwei oder drei Bücher von ihm gelesen und empfehle sie immer wieder weiter. Es ist eine Freude, seinen Gedanken zu folgen.

Oft benutzt er das Wort Kohärenz und beschreibt damit einen Zustand des Gehirns, in dem es gut läuft — wenn die Zahnrädchen ineinandergreifen. Entsprechend bedeutet Inkohärenz, dass etwas nicht passt.

Nachdem ich letztens den Spruch zum Thema Liebe von Eva von Redecker geteilt habe, möchte ich heute seine gesprochene Definition hier verewigen. Sie hat mich sehr berührt und ich kann vieles daraus ablesen:

„Liebe ist das bedingungslose Interesse an der Entfaltung der geliebten Person.“

Ich hoffe, dass auch jemand von euch, der das liest, darin Inspiration findet.

In diesem Sinne gibt es dieses Mal keine Insights zu Sales und Leben, sondern eher etwas Persönliches zu lesen — und einen kleinen Einblick in meine aktuellen Themen.

Ich werde nun Starbucks seinen Strom wieder überlassen und mich langsam Richtung Portugal bewegen. Portugal spielt zeitgleich ein sehr spannendes WM-Spiel gegen Spanien.

Ich danke euch, falls jemand bis hierhin gelesen hat, und sende liebe Grüße aus England.

Bis bald

Euer Tom

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Zwischen Wellen & Worten #6