Zwischen Wellen & Worten #8
Guten Morgen, meine Lieben,
über vier Wochen ist es her seit dem letzten Newsletter – dann wird es doch höchste Zeit, mal wieder zu schreiben.
Ich schreibe diese Zeilen an einem Hochtisch in meinem Lieblingscafé, ausnahmsweise einmal nicht am Flughafen. Neben mir steht eine schöne Marshall-Box, aus der entspannte südamerikanische Musik läuft. Vor mir stehen herrlich duftende Eggs Benedict.
Wie kann ein Tag besser starten?
Ein Thema sitzt mir seit einiger Zeit besonders im Kopf. Bei einem langen Strandspaziergang mit einer guten Freundin sagte sie im Gespräch einen Satz:
“I start wondering what I do, what I am, when I am not solving a problem.”
Dieser Satz hat mich extrem berührt.
Kennt ihr eure Muster aus der Kindheit, die sich irgendwann ganz selbstverständlich in euer Beziehungsverhalten und euer Leben integriert haben?
Sich dieser Muster bewusst zu werden, ist bereits Schritt eins. Das eigene Verhalten anschließend tatsächlich zu verändern, steht aber noch einmal auf einem ganz anderen Stern.
Der Strandspaziergang hat mir gleichzeitig wieder gezeigt, an was für einem unfassbaren Ort ich leben darf. Traumhafte Natur, Weite, Ruhe und genau die richtige Portion Ruralität.
Eine weitere spannende Frage kam mir bei einem Abendessen mit Freunden:
Wenn du ein Abendessen ausrichten und den Tisch ausschließlich mit Menschen aus deinem Umfeld füllen müsstest, die auf dich wirklich glücklich und zufrieden wirken – wen würdest du einladen?
Leider war es bei mir früher so, dass mir dabei nahezu niemand eingefallen ist.
Das war einer der Gründe, weshalb ich irgendwann entschieden habe, mein soziales Umfeld und die Menschen, mit denen ich mich umgebe, bewusster auszuwählen und teilweise auch zu verändern.
Vielleicht hilft diese Frage dem einen oder anderen von euch ebenfalls.
Da der erste Teil des Titels meines Newsletters in den letzten Wochen nicht besonders präsent war – die Wellen – gab es dafür viel Zeit für andere Dinge.
Allen voran: Tennis.
Was für ein besonderer Sport. Einer, der einen körperlich wie mental immer wieder an die eigenen Grenzen bringt und einem ziemlich unmittelbar zeigt, wo man gerade steht.
Außerdem investiere ich aktuell viel Zeit in das Buch Hold Me Tight von Dr. Sue Johnson. Scheinbar eines der wichtigsten Bücher darüber, wie Beziehungen langfristig glücklich, sicher und liebevoll gestaltet werden können.
Nach der Hälfte kann ich bereits sagen: sehr sinnvoll investierte Zeit.
Am Ende ist es in der Psychologie faszinierend, wie stark unser Körper und unser Nervensystem noch nach Mechanismen funktionieren, die sich über Jahrtausende entwickelt haben. Unser modernes Leben sieht völlig anders aus, aber viele unserer grundlegenden Reaktionen auf Nähe, Angst, Verlust oder Unsicherheit sind erstaunlich alt.
Immer wieder werden ähnliche Gefühle und Reaktionsmuster in uns ausgelöst.
Unsere Aufgabe ist es dann, diese Muster überhaupt erst zu erkennen, Gedankenstränge zu entwirren und die Reaktionen unseres Körpers besser lesen zu lernen.
Auch beruflich sind die letzten Wochen intensiv gewesen.
Ich hatte gleich zwei herausfordernde Situationen.
Zum einen hat sich ein Startup-Team gegen eine weitere Zusammenarbeit mit mir entschieden. Das ist mir in dieser Form bisher noch nicht passiert und entsprechend ein gutes Learning.
Gleichzeitig arbeite ich sehr wertebasiert. Ich entscheide bewusst, für welche Kunden, Projekte und Menschen ich meine Zeit und Energie investiere. Deshalb gehört auch so eine Erfahrung letztlich dazu.
Eine andere Situation hatte ebenfalls viel mit einer Kollision von Werten zu tun.
Diese beschäftigt mich stärker, weil sie mir erneut gezeigt hat, dass es gerade in der Tech-Sales-Welt weiterhin Kulturen gibt, die ich selbst kennenlernen durfte und die meiner Erfahrung nach langfristig nicht nachhaltig funktionieren.
Dabei musste ich wieder an Drive von Daniel Pink denken.
Was motiviert Menschen wirklich langfristig? Welche Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass Menschen gute Arbeit leisten wollen – und nicht nur müssen? Und wie entstehen daraus Unternehmen, die nicht lediglich kurzfristig Ergebnisse produzieren, sondern nachhaltiges Business aufbauen?
Fragen, die mich beruflich immer stärker beschäftigen.
Außerdem hatte ich einen super spannenden Austausch mit Marcel Pfenning in einem Live-Webinar.
Wir haben über die Anfänge als Startup-Gründer gesprochen und darüber, welche typischen Fallstricke sich daraus ergeben.
Genau diese Arbeit und der Austausch darüber machen mir unheimlich viel Spaß.
Marcel Pfenning ist ein ganz toller Mensch und ein besonderer Sales Trainer. Ich habe ihn selbst ursprünglich über ein Training kennengelernt und bin sehr dankbar, heute mit ihm arbeiten und mich regelmäßig mit ihm austauschen zu dürfen.
In diesem Sinne: Danke fürs Lesen von Zwischen Wellen & Worten.
Ich genieße jetzt meinen frisch gepressten Orangensaft und sende euch warme Grüße aus Portugal.
Euer
Tom