Zwischen Wellen & Worten #9
14. September.
Tatsächlich sitze ich ausnahmsweise mal an meinem Schreibtisch. Die neue Woche ist für mich nach einer gefühlt endlosen Durststrecke endlich mal wieder mit Wellen gestartet. Paradiesische Bedingungen.
Montagmorgens surfen zu gehen, ist immer ein Highlight für mich. Gibt es einen besseren Wochenstart?
Die letzten Wochen laufen eigentlich ziemlich alltäglich ab: Projektstress, Privatleben, Sonne, Surfen und Tennis.
Dabei hatte ich eine schöne Realisation zum Thema Freiheit und lerne immer mehr, dass Freiheit nicht unbedingt bedeutet, immer alles tun zu können, was man möchte. Sondern vor allem auch, nichts tun zu müssen, was man nicht möchte.
Ich habe ein paar Tage in Barcelona verbracht – rund um den Olympiapark und Montjuïc, eine wirklich wunderschöne Gegend. Aber die Hitze und auch die Kultur sind einfach nicht ganz mein Vibe. Ich merke immer wieder, wie viel wohler ich mich in Portugal fühle: Atlantikluft, mehr Ruhe, etwas weniger Trubel.
In Barcelona bin ich mittags trotzdem eine Runde joggen gegangen und hatte dabei einen dieser Momente, in denen sich das Leben fast wie ein Traum anfühlt. Ich hatte dort eine ganz wundervolle Zeit und bin extrem dankbar für diese privilegierte Situation, Arbeiten und Reisen miteinander verbinden zu können.
Auch hier lerne ich immer mehr, das Glück wirklich in mein Leben zu lassen und solche Momente bewusst zu genießen.
Und noch etwas fand ich schön: Gerade wenn man woanders ist und zwischendurch Zweifel daran hat, ob man eigentlich am richtigen Ort lebt, ist es ein ziemlich gutes Zeichen, wenn man sich sofort wieder auf sein Zuhause freut. Wenn man zurück möchte und merkt: Es ist gut so, wie es ist.
Ein weiteres aktuelles Highlight war meine letzte Yogastunde. Shoutout an meine liebe Jivamukti-Lehrerin Nadine. Das Motto in diesem Monat ist „Month of Love“ und zu Beginn der Stunde haben wir uns 90 Sekunden Zeit genommen, um darüber zu sprechen, was wir lieben und womit wir Liebe verbinden.
Nach einer längeren Pause bin ich sehr froh, wieder diese wunderbaren Yogastunden genießen zu dürfen und meine innere Balance ein bisschen stärker zu pflegen.
Sonntag habe ich Tennis mit Fernando gespielt. Er ist stolze 77 Jahre alt und fitter und gesünder als wir wahrscheinlich alle zusammen. Bei 30 Grad in der Sonne wollte er nach knapp zwei Stunden auch noch unbedingt den Tie-Break zu Ende spielen, während wir drei anderen im Doppel schon komplett fertig waren.
Das ist für mich wahre Lebensfreude und Leidenschaft. Wirklich bewundernswert.
Aktuell lese ich „Greenlights“ von Matthew McConaughey. Ein extrem interessanter Mensch. Im Buch geht es viel darum, den Fokus im Leben auf die „Greenlights“ zu legen – auf die Momente, Chancen und Zeichen, bei denen sich etwas öffnet und in die richtige Richtung bewegt.
Gerade ist er in seiner Jugend angekommen und erzählt von einem Austauschjahr in Australien, in dem er eine komplett andere Kultur kennenlernt.
Das Buch habe ich übrigens in meinem kleinen Strandort in einer mobilen Bibliothek entdeckt – in einer alten Telefonzelle. Guter Fang offensichtlich. Hehe.
Auch hier finde ich es wieder spannend zu sehen, was aus einem Menschen werden kann und wie sehr uns unsere Kindheit und unsere Erfahrungen prägen.
Es lohnt sich wahrscheinlich immer, möglichst unvoreingenommen hinter die Fassade eines Menschen zu schauen.
Ein letztes Highlight war dieses Wochenende endlich mal wieder ein Spiel von Benfica Lissabon. Die Stimmung war magisch und die Menschen im Stadion komplett elektrisiert. Ein richtig schönes Erlebnis – und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal.
In diesem sehr dankbaren Zustand ganz liebe Grüße.
Vor allem an den Bodensee und an meine treuesten Leserinnen und Leser: Seid gegrüßt und macht euch alle eine schöne Woche!