Zwischen Wellen & Worten #2
Flughafen-Gate, die Zweite. Willkommen zurück bei Zwischen Wellen & Worten.
Meine zweite Ausgabe. Wie gesagt: Ich bin ein Schreiber. An das Wort „Autor“ würde ich mich noch nicht trauen – haha.
Es geht zurück nach Portugal. Sturm und mieses Wetter warten. Deutschland zu verlassen fühlt sich jedes Mal gut an. Warum auch immer.
Am Wochenende war ich auf einem richtig coolen Event: ein Wiedersehen der ehemaligen Azubis aus meinem Ausbildungshotel. Kein Geheimnis – das Ganze war in Baden-Baden. Es hat Spaß gemacht, mit alten Kolleginnen und Kollegen einzuchecken und zu hören, wo alle gelandet sind.
Und gleichzeitig war da auch ein trauriger Beigeschmack: Die Gastro- und Hotelleriebranche hat offensichtliche Probleme und stellt viele vor echte Herausforderungen. So viele kreative, starke Menschen, die die Ausbildung damals genossen haben – und trotzdem haben die meisten heute kaum noch Interesse, in der Branche zu bleiben.
Für Aushilfen und Studis ist Gastro oft perfekt – das habe ich neulich an einem Abend in Karlsruhe wieder gemerkt. Aber für ein geordnetes, glückliches Leben mit sozialen Kontakten, Familie und Hobbys ist es einfach verdammt schwer.
Und dann ist mir etwas aufgefallen: Drei Dinge verbinden uns alle.
Atmung. Beziehungen. Zeit.
Warum schreibe ich das – und wie komme ich drauf?
Weil wir alle atmen, wir alle in Beziehungen leben und wir alle dieselbe Währung haben: Zeit. Und trotzdem schauen die wenigsten diese drei Bereiche wirklich bewusst an.
Atmung.
Ich hatte das Glück, bei einem Freund eine Breathwork-Session zu machen. Das hat mir unfassbar gutgetan – und mich an härtere Zeiten erinnert, in denen ich fast täglich Atemübungen nach Wim Hof gemacht habe. Ich kann es wirklich jedem empfehlen: bewusst zu atmen, das Nervensystem zu regulieren, einmal runterzufahren. Wohltat.
Beziehungen.
Wir kommen auf die Welt – und von da an ist alles Beziehung: privat, beruflich, überall. Aber wie lernt man das eigentlich? Wie geht man mit Gefühlen um, mit Impulsen, mit Konflikten, mit Nähe und Distanz? Meistens lernen wir das von den Nächsten um uns herum – und in den ersten 20 Jahren können wir uns unser Umfeld oft kaum aussuchen.
Später schon. Spätestens ab 18.
Und ich habe gelernt, wie unfassbar wichtig es ist, die eigenen Beziehungen regelmäßig zu „checken“: Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem guttun – und Menschen, die einem nicht guttun, nicht auch noch mit Aufmerksamkeit zu belohnen.
Buchempfehlung (fett, wirklich fett): The Good Life.
Die längste Studie zum erwachsenen Glück – Kernergebnis: Soziale Beziehungen sind der wichtigste Gesundheits- und Glücksfaktor im Menschenleben.
Zeit.
„Zeig mir deinen Kalender und deine fünf engsten Kontakte – und ich sage dir, wo du in zehn Jahren stehst.“ So ungefähr steht’s in Persönlichkeitsbüchern. Und so reden Coaches (ich ja auch). Verantwortung für Zeit zu übernehmen ist – je nach Verpflichtungen und Lebensstil – eine Mammutaufgabe. Aber wenn du sie nicht übernimmst, spielst du schnell nur eine Nebenrolle im eigenen Leben.
Diese drei Themen wollte ich heute aufgreifen, weil ich mir sicher bin: Atmung, Beziehungen und Zeit verbinden uns alle.
Wann hast du diese drei Bereiche in deinem Leben zuletzt reflektiert?
Viel Spaß dabei. Es lohnt sich, genau hinzusehen.
Ich freue mich jetzt auf hoffentlich bald wieder gute Wellen – und verabschiede mich mit den Worten:
Macht`s gut :)
Euer Tom